Mittwoch, 15. Oktober 2008

Langes Wochenende in Vancouver

Hallo!

wie im vorherigen Post erwähnt waren Franzi und ich letztes Wochenende in Vancouver. Weil am Montag hier Feiertag ("Thanksgiving") war, bot sich das Wochenende gerade zu an. Als ich dann Freitag früh kurz ins Büro kam, um nur ein paar Kleinigkeiten zu erledigen, traf mich gleich mal der Schlag. Ich habe nämlich auf meine Kreditkartenabrechnung online Einsicht genommen und Folgendes entdeckt:


Diese Positionen gabs 3x. 400€ ...

Na, was seh ich da? 100 GBP? Pfund? Großbritanien? Aber ich bin doch in Kanada? RICHTIG, BETRUG! Ich habe dann gleich bei meinem Kreditkartenanbieter angerufen und nachgefragt. Es scheint, als ob meine Kreditkarte irgendwo kopiert und in Preston eingesetzt wurde. Keine Ahnung wie das passieren konnte, wo ich meine Karte doch nie aus der Hand gebe und auch nur in seriösen Geschäften damit bezahle. Naja, die Karte wurde sofort gesperrt und ein Reklamationsantrag habe ich 10min später per Fax verschickt. Der nette Herr an der Hotline meinte, das sieht eindeutig nach Betrug aus und ich werde mein Geld wiederbekommen. Wenn nicht, gibs Ärger. Jetzt kann ich auf die 400€ erstmal warten..

Nachdem dieser erste Schock am Freitag überstanden war, gings dann früh um 10 Uhr zum Flughafen. Der ist so nah im Büro, dass ich quasi Steine darauf werfen könnte. Nach dem erfolgreichen Checkin am Automaten wartete ich dann auf Franzi die von mir zuhause kam und das Gepäck brachte. Als ich dann das Gepäck aufgeben wollte, gabs den nächsten Schock. Die nette Dame warf mich auf den Dresscode für Standbys bei Air Canada hin: "NO RUNNING SHOES". Na klasse, dabei war ich maximal leggy im Urlaubsfeeling gekleidet. An Christoph: ich weiß, dass du mir davon erzählt hattest. Aber da sich beim Rückflug aus New York keiner für meine Turnschuhe interessiert hatte und mir die Hotline zum Listingmachen auf Nachfrage sagte es gibt keinen Dresscode, machte ich mir darüber keine weitere Gedanken mehr. Bis zu diesem Zeitpunkt..Ich sah unseren halbwegs sicheren Flug um 11:15 Uhr ohne uns nach Vancouver fliegen. Danach malte ich mir aus, wie wir dann bei den folgenden überbuchten Maschinen nicht mitkommen würden. Wochenende, Urlaub, alles dahin. Also, was macht ein reicher BA Student im Ausland? Genau, er kauft sich neue schwarze Lederschuhe im Flughafen. Günstiger gehts ja auch nicht. Egal, ich hatte also neue Schuhe gekauft. Die sind wirklich sehr schick und ich brauchte sowieso neue, weil die alten gerade kaputt gegangen sind. So, Kreditkarte gesperrt, Dresscode erfüllt, was würde jetzt kommen? Richtig, mal nachfragen wieviel Sitzplätze denn noch frei wären. Es hieß: 7 frei, 7 plus uns auf Standby. Haha, also kein Platz für uns. Aja, hatten aber Glück und haben einen Sitzplatz bekommen. Im Flugzeug selber habe ich noch 2 andere freie Plätze gesehen, war also gar nicht so dramatisch. Der Flug war dann toll. Nach Vancouver sinds von Toronto ca. 3500km - 5h Flug in etwa. Das ist ganz schööön weit..Negativ anzumerken: man muss die Kopfhörer für das Entertainmentsystem bezahlen 3$ + Essen, Sandwiches oder Snacks 6$..umsonst gibts nur Getränke. Immerhin..

Geflogen sind wir mit einem A321.

Nach der Ankunft gings dann mit einem Airportshuttle Bus zum Hotel. Das war eine halbe Stadtrundfahrt und da haben wir auch schon viel gesehen. Das Wetter war das ganze Wochenende über Klasse. So gegen 14-15 Uhr waren wir dann im Hotel (btw. 3h zusätzliche Zeitverschiebung) angekommen und haben unser Zimmer bezogen. Super zentral in der Innenstadt, sehr angenehm, super ruhig weil zum Innenhof mit einem Flachbildschirm und einem neuen Badezimmer ausgestattet. Wir konnten wirklich nicht klagen. Dann haben wir uns frisch gemacht und kurz danach ist auch schon Julian eingetroffen.


Unser schönes Hotel zentral in Vancouver an der Nelson Street.

Unser Zimmer - etwas unaufgeräumt aber Ok.

Julian ist ein alter guter Schulfreund von der Franzi. Julian studiert an der Quest University nah bei Vancouver. Er ist förmlich privilegiert! Wir hatten an diesem Wochenende unseren privaten Reiseführer, Franzi hat ihren Schulfreund mal wieder gesehen und ich habe ihn endlich mal richtig kennengelernt. Er hat uns gleich zum Wasser geführt. Am Wasser vorbei Richtung Stanley Park. Vancouver ist verdammt schick! Am Pazifik gelegen, die Berge am Stadtrand und alljährlich ein herrliches Klima. Vancouver ist eine der Topadressen in ganz Kanada..und während unseres Aufenthaltes konnten wir das nur bestätigen.


Endlich hatten sie sich wieder..

Ausblick vom Hafen auf die Berge und North Vancouver.

Auf einer Bank mit Blick aufs Meer.

Kleiner Jachthafen.

Nachdem wir die halbe Innenstadt abgelaufen und sehr hungrig waren, hat uns Julian zu seinem Lieblings Sushi Restaurant geführt. Er nannte es treffenderweise "urich" (schreibt man das so?). Klein aber fein. Wir saßen direkt an der Sushibar und ich sah den frischesten Fisch den ich je in dieser Form gesehen habe. Bis zu diesem Tag war ich kein Sushifreund, wahrscheinlich weil ich dort dann das beste Sushi gegessen habe. Verdammt frisch, lecker und abwechslungsreich. Es war wirklich klasse. Danach gabs noch eine Kostprobe bei "Cafe Blenz" - einer Kaffeekette wie Starbucks. Auch sehr frisch, sehr gut. Danach gings dann zum Hotel zurück und wir schliefen besinnt ein.

Super-Sushi. Ohne Worte, fantastisch.

Mein rechter rechter Platz ist frei.

Am nächsten morgen konnten wir schon ab 6 Uhr nicht mehr schlafen. In Toronto wäre es ja auch schon 9 Uhr gewesen..wir gingen zum Frühstücksbuffet und waren relativ positiv überrascht. Es war eigentlich alles da, nur keine Wurst und kein Käse..aber das kennen die wohl nicht in Kanada. Man konnte sich sogar Waffeln machen - frischer Tag und genügend Waffeleisen waren vorhanden. Julian hat uns dann mit seinem geliehenen Mini abgeholt und wir sind zuerst nach Squamish und dann nach Whistler gefahren. In Squamish ist seine Privatuni (Quest University) und ein paar Kilometer weiter weg ist der berühmte Wintersportort Whistler. Dort finden auch 2010 viele Teile der olympischen Winterspiele statt. Schnee gibts aber erst später - lange dauerts aber nicht mehr und die Lifte und Gondeln waren auch schon unterwegs. An diesem Wochenende war dort der berühmte Turkey Sale zu Thanksgiving. Man konnte günstige Ski und Snowboardsachen kaufen. Nichts für mich, aber schön anzusehen.

Julians geliehener Flitzer aus Californien.

Ausblick von Julians Appartment auf die Berge.

Fussballplatz der Quest University. Nicht schlecht.

Appartmentgebäude für die Studenten.

In Whistler..

Ein verliebtes Päarchen.

Im Winter ist hier bestimmt die Hölle los. Erst recht 2010.


Das war Björn, ein Kommilitone von Julian aus Berlin. Er hat uns nach Whistler begleitet und hat sich für die Winterschneesaison eingedeckt.

Danach gings dann irgendwann wieder zurück nach Vancouver. In Vancouver haben wir dann noch einen Drink im Irish Pub beim Hotel genommen. Am Abend lief ein Eishockeyspiel das im Hockeyland natürlich überall Live auf jedem Monitor übertragen wurde: Vancouver gegen Calgary. Ich glaube Vancouver hat dann auch 5:4 nach einem 1:3 Rückstand gewonnen. Tja, und danach gingen wir dann irgendwann schlafen.

Am Sonntagvormittag gingen wir dann nach dem Frühstück zum "Vancouverlookout". Das ist so ein Turm Downtown von dem man einen schönen Überblick über die Stadt hat. Zwar nicht das höchste Gebäude der Stadt oder vergleichbar mit dem CN Tower in Toronto - dennoch ein schöner Aussichtpunkt über Vancouver. Ein Souvenir für mich, neue Adidasschuhe für Franzi und auch das Geld sind wir somit wieder losgeworden.

Vancouver Lookout...sieht gar nicht so hoch aus.

Kleiner Ticketschalter..

..große Aussicht.

Blick Richtung Norden.

Danach haben wir wieder Julian im Red Robin - einer Fastfoodkette - getroffen und sind zu Granville Island gefahren. Dort gibts einen riesigen Markt mit allerler frischen Sachen: Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch...vergleichbar mit dem St. Lawrence Markt in Toronto. Vom Markt hat man auch einen super Blick auf Vancouver Downtown. Danach gings zum Kitsilano Beach. Der Strand liegt natürlich direkt am Pazifik mit Blick auf Vancouver Downtown, Stanleypark und den Rockeys im Hintergrund.

In der Innenstadt...

Süß, nicht wahr.

Nur noch knapp 480 Tage bis zu den Spielen.

Auf Granville Island.

Blick auf die Innenstadt und die teuren Luxusappartments.


Not bad. Dort würde ich auch wohnen wollen.

Eine Markthalle von innen.

Franzi hat so ziemlich jede Frucht oder Gemüsesorte fotographiert. Hier ein paar Mandarinen.


Blick vom Kitsilano Beach auf den Strand, den Pazifik, den Stanleypark, einen Teil der Innenstadt und den Bergen im Hintergrund. Alles in einer Stadt.

Den Sonnenuntergang haben wir auf einer Park bzw. Strandbank abgewartet.

Danach gings wieder mit dem Leihwagen in die Stadt. Julian hat sich noch etwas Essen zum Abendbrot gekauft. Der einzige negative Punkt der mir in der Innenstadt aufgefallen ist, dass sehr viele Bettler rumsitzen und rumliegen. Direkt vor dem Supermarkt hatten wir dann Mitleid mit einem. Julian kaufte ihm einen Apfel, eine Banane und etwas zu trinken anstatt ihm Geld zu geben. Franzi hat ihm einen warmen Tee gebracht, den er aber nicht wollte. Er mag keinen Tee - haha, hat er doch tatsächlich Ansprüche gestellt. Ich hab dann sein Herz mit einer Tafel Toblerone erobert. Die letzte Stunde es Abends bevor Julian zurück nach Squamish fuhr haben wir in einem Billiardlokal verbracht. Ich kann kein Billard, Franzi kann kein Billiard und somit hat uns Julian so richtig abgezogen. Er hatte es echt drauf - sowas lernt man wenn man in Nordamerika wohnt, glaube ich.

Danach haben wir Abschied von Julian genommen. Er hat uns nochmal zum Vancouver Lookout gebracht weil unsere gekauften Tickets den ganzen Tag galten und wir nochmal einen Blick auf die Stadt bei Dunkelheit nehmen wollten. Franzi war ganz schön traurig - schließlich ein weiterer sehr guten Freund der nicht mehr in Heppenheim ist.

Wirklich weit weg. Von Vancouver nach Frankfurt sind es über 8000 km.

Meine Kamera ist leider nicht so gut - man kanns aber erahnen.

Ich beim Sushiessen - wer hätte es gedacht.

Danach sind wir nochmal durch die Innenstadt geschlendert. Als wir am Hotel waren, entschieden wir uns spontan nochmal das leckere Sushi vom Freitagabend auszuprobieren. Wir gingen wieder zur Sushibar und waren auch dieses mal nicht enttäuscht. Danach sind wir dann zurück ins Hotel und sind irgendwann schlafen gegangen. Am nächsten morgen haben wir dann wieder gefrühstückt und schonmal für unseren Rückflug eingecheckt. In der Hotellobby stand ganz unscheinbar ein Airport-Checkin-Automat. Wir hatten auch den richtigen Tag und überhaupt das perfekte Wochenende erwischt: als wir uns Richtung Flughafen machten hats geregnet und es war sehr diesig. Da kam bestimmt nicht mehr die Sonne raus - perfekter Zeitpunkt für unseren Abflug. Mit öffentlichen Bussen sind wir zum Flughafen und haben gleich eine Maschine früher probier als eingecheckt (die fliegen stündlich...). Der Flug war mit -2 überbucht und es waren auch schon wieder 7 auf Standby. Wir hatten uns gar keine großen Chancen ausgerechnet - unsere Namen fielen aber beim Gate sodass wir mitkamen und sogar nebeneinander sitzen konnten. Die Dame am Gate hat auch wirklich geprüft ob ich Turnschuhe an hatte. Sie hat dann meine Schuhe abgenickt und wir stiegen ein. Sie hätte mir auch wirklich keine Boardkarte mit Turnschuhen gegeben - sie wirkte sehr streng. Um 11:15 Uhr gings also nach Toronto und gegen 19 Uhr waren wir angekommen. Leider kam unser Gepäck erst mit einer späteren Maschine, vermutlich weil unser Gepäck in Vancouver falsch eingecheckt wurde. However, war nicht so schlimm, die Zeit ging schnell vorüber und die spätere Maschine kam auch früher als geplant.

Ein verregneter Vormittag in Vancouver. Zum Glück wollten wir nur abreisen.

Unser A320-100 auf dem Rückweg.

Unser Abendessen gabs dann bei McDonalds weil mein Kühlschrank leer war. Es war wirklich ein klasse langes Wochenende. Danke Julian für die Führung durch Vancouver, ein Danke an Air Canada für die unproblematischen Flüge und danke Petrus für das herrliche Wetter. Vancouver LOHNT sich auf alle Fälle!!!

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