wie im vorherigen Post erwähnt waren Franzi und ich letztes Wochenende in Vancouver. Weil am Montag hier Feiertag ("Thanksgiving") war, bot sich das Wochenende gerade zu an. Als ich dann Freitag früh kurz ins Büro kam, um nur ein paar Kleinigkeiten zu erledigen, traf mich gleich mal der Schlag. Ich habe nämlich auf meine Kreditkartenabrechnung online Einsicht genommen und Folgendes entdeckt:
Na, was seh ich da? 100 GBP? Pfund? Großbritanien? Aber ich bin doch in Kanada? RICHTIG, BETRUG! Ich habe dann gleich bei meinem Kreditkartenanbieter angerufen und nachgefragt. Es scheint, als ob meine Kreditkarte irgendwo kopiert und in Preston eingesetzt wurde. Keine Ahnung wie das passieren konnte, wo ich meine Karte doch nie aus der Hand gebe und auch nur in seriösen Geschäften damit bezahle. Naja, die Karte wurde sofort gesperrt und ein Reklamationsantrag habe ich 10min später per Fax verschickt. Der nette Herr an der Hotline meinte, das sieht eindeutig nach Betrug aus und ich werde mein Geld wiederbekommen. Wenn nicht, gibs Ärger. Jetzt kann ich auf die 400€ erstmal warten..
Nachdem dieser erste Schock am Freitag überstanden war, gings dann früh um 10 Uhr zum Flughafen. Der ist so nah im Büro, dass ich quasi Steine darauf werfen könnte. Nach dem erfolgreichen Checkin am Automaten wartete ich dann auf Franzi die von mir zuhause kam und das Gepäck brachte. Als ich dann das Gepäck aufgeben wollte, gabs den nächsten Schock. Die nette Dame warf mich auf den Dresscode für Standbys bei Air Canada hin: "NO RUNNING SHOES". Na klasse, dabei war ich maximal leggy im Urlaubsfeeling gekleidet. An Christoph: ich weiß, dass du mir davon erzählt hattest. Aber da sich beim Rückflug aus New York keiner für meine Turnschuhe interessiert hatte und mir die Hotline zum Listingmachen auf Nachfrage sagte es gibt keinen Dresscode, machte ich mir darüber keine weitere Gedanken mehr. Bis zu diesem Zeitpunkt..Ich sah unseren halbwegs sicheren Flug um 11:15 Uhr ohne uns nach Vancouver fliegen. Danach malte ich mir aus, wie wir dann bei den folgenden überbuchten Maschinen nicht mitkommen würden. Wochenende, Urlaub, alles dahin. Also, was macht ein reicher BA Student im Ausland? Genau, er kauft sich neue schwarze Lederschuhe im Flughafen. Günstiger gehts ja auch nicht. Egal, ich hatte also neue Schuhe gekauft. Die sind wirklich sehr schick und ich brauchte sowieso neue, weil die alten gerade kaputt gegangen sind. So, Kreditkarte gesperrt, Dresscode erfüllt, was würde jetzt kommen? Richtig, mal nachfragen wieviel Sitzplätze denn noch frei wären. Es hieß: 7 frei, 7 plus uns auf Standby. Haha, also kein Platz für uns. Aja, hatten aber Glück und haben einen Sitzplatz bekommen. Im Flugzeug selber habe ich noch 2 andere freie Plätze gesehen, war also gar nicht so dramatisch. Der Flug war dann toll. Nach Vancouver sinds von Toronto ca. 3500km - 5h Flug in etwa. Das ist ganz schööön weit..Negativ anzumerken: man muss die Kopfhörer für das Entertainmentsystem bezahlen 3$ + Essen, Sandwiches oder Snacks 6$..umsonst gibts nur Getränke. Immerhin..
Nach der Ankunft gings dann mit einem Airportshuttle Bus zum Hotel. Das war eine halbe Stadtrundfahrt und da haben wir auch schon viel gesehen. Das Wetter war das ganze Wochenende über Klasse. So gegen 14-15 Uhr waren wir dann im Hotel (btw. 3h zusätzliche Zeitverschiebung) angekommen und haben unser Zimmer bezogen. Super zentral in der Innenstadt, sehr angenehm, super ruhig weil zum Innenhof mit einem Flachbildschirm und einem neuen Badezimmer ausgestattet. Wir konnten wirklich nicht klagen. Dann haben wir uns frisch gemacht und kurz danach ist auch schon Julian eingetroffen.
Julian ist ein alter guter Schulfreund von der Franzi. Julian studiert an der Quest University nah bei Vancouver. Er ist förmlich privilegiert! Wir hatten an diesem Wochenende unseren privaten Reiseführer, Franzi hat ihren Schulfreund mal wieder gesehen und ich habe ihn endlich mal richtig kennengelernt. Er hat uns gleich zum Wasser geführt. Am Wasser vorbei Richtung Stanley Park. Vancouver ist verdammt schick! Am Pazifik gelegen, die Berge am Stadtrand und alljährlich ein herrliches Klima. Vancouver ist eine der Topadressen in ganz Kanada..und während unseres Aufenthaltes konnten wir das nur bestätigen.
Nachdem wir die halbe Innenstadt abgelaufen und sehr hungrig waren, hat uns Julian zu seinem Lieblings Sushi Restaurant geführt. Er nannte es treffenderweise "urich" (schreibt man das so?). Klein aber fein. Wir saßen direkt an der Sushibar und ich sah den frischesten Fisch den ich je in dieser Form gesehen habe. Bis zu diesem Tag war ich kein Sushifreund, wahrscheinlich weil ich dort dann das beste Sushi gegessen habe. Verdammt frisch, lecker und abwechslungsreich. Es war wirklich klasse. Danach gabs noch eine Kostprobe bei "Cafe Blenz" - einer Kaffeekette wie Starbucks. Auch sehr frisch, sehr gut. Danach gings dann zum Hotel zurück und wir schliefen besinnt ein.
Am nächsten morgen konnten wir schon ab 6 Uhr nicht mehr schlafen. In Toronto wäre es ja auch schon 9 Uhr gewesen..wir gingen zum Frühstücksbuffet und waren relativ positiv überrascht. Es war eigentlich alles da, nur keine Wurst und kein Käse..aber das kennen die wohl nicht in Kanada. Man konnte sich sogar Waffeln machen - frischer Tag und genügend Waffeleisen waren vorhanden. Julian hat uns dann mit seinem geliehenen Mini abgeholt und wir sind zuerst nach Squamish und dann nach Whistler gefahren. In Squamish ist seine Privatuni (Quest University) und ein paar Kilometer weiter weg ist der berühmte Wintersportort Whistler. Dort finden auch 2010 viele Teile der olympischen Winterspiele statt. Schnee gibts aber erst später - lange dauerts aber nicht mehr und die Lifte und Gondeln waren auch schon unterwegs. An diesem Wochenende war dort der berühmte Turkey Sale zu Thanksgiving. Man konnte günstige Ski und Snowboardsachen kaufen. Nichts für mich, aber schön anzusehen.
Das war Björn, ein Kommilitone von Julian aus Berlin. Er hat uns nach Whistler begleitet und hat sich für die Winterschneesaison eingedeckt.
Am Sonntagvormittag gingen wir dann nach dem Frühstück zum "Vancouverlookout". Das ist so ein Turm Downtown von dem man einen schönen Überblick über die Stadt hat. Zwar nicht das höchste Gebäude der Stadt oder vergleichbar mit dem CN Tower in Toronto - dennoch ein schöner Aussichtpunkt über Vancouver. Ein Souvenir für mich, neue Adidasschuhe für Franzi und auch das Geld sind wir somit wieder losgeworden.
Danach haben wir wieder Julian im Red Robin - einer Fastfoodkette - getroffen und sind zu Granville Island gefahren. Dort gibts einen riesigen Markt mit allerler frischen Sachen: Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch...vergleichbar mit dem St. Lawrence Markt in Toronto. Vom Markt hat man auch einen super Blick auf Vancouver Downtown. Danach gings zum Kitsilano Beach. Der Strand liegt natürlich direkt am Pazifik mit Blick auf Vancouver Downtown, Stanleypark und den Rockeys im Hintergrund.
Not bad. Dort würde ich auch wohnen wollen.
Blick vom Kitsilano Beach auf den Strand, den Pazifik, den Stanleypark, einen Teil der Innenstadt und den Bergen im Hintergrund. Alles in einer Stadt.
Danach gings wieder mit dem Leihwagen in die Stadt. Julian hat sich noch etwas Essen zum Abendbrot gekauft. Der einzige negative Punkt der mir in der Innenstadt aufgefallen ist, dass sehr viele Bettler rumsitzen und rumliegen. Direkt vor dem Supermarkt hatten wir dann Mitleid mit einem. Julian kaufte ihm einen Apfel, eine Banane und etwas zu trinken anstatt ihm Geld zu geben. Franzi hat ihm einen warmen Tee gebracht, den er aber nicht wollte. Er mag keinen Tee - haha, hat er doch tatsächlich Ansprüche gestellt. Ich hab dann sein Herz mit einer Tafel Toblerone erobert. Die letzte Stunde es Abends bevor Julian zurück nach Squamish fuhr haben wir in einem Billiardlokal verbracht. Ich kann kein Billard, Franzi kann kein Billiard und somit hat uns Julian so richtig abgezogen. Er hatte es echt drauf - sowas lernt man wenn man in Nordamerika wohnt, glaube ich.
Danach haben wir Abschied von Julian genommen. Er hat uns nochmal zum Vancouver Lookout gebracht weil unsere gekauften Tickets den ganzen Tag galten und wir nochmal einen Blick auf die Stadt bei Dunkelheit nehmen wollten. Franzi war ganz schön traurig - schließlich ein weiterer sehr guten Freund der nicht mehr in Heppenheim ist.
Unser Abendessen gabs dann bei McDonalds weil mein Kühlschrank leer war. Es war wirklich ein klasse langes Wochenende. Danke Julian für die Führung durch Vancouver, ein Danke an Air Canada für die unproblematischen Flüge und danke Petrus für das herrliche Wetter. Vancouver LOHNT sich auf alle Fälle!!!
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