Montag, 18. August 2008

Wochenende im Algonquin National Park!!

Kai und Sebastian habe ich letzte Woche bereits kennengelernt. Die zwei und ein weiterer Kollege der Beiden (Hendrik) wollten an diesem Wochenende in den Algonquin National Park (250km nördlich von Toronto) fahren. Zum Wohle aller Beteiligten habe ich mich den Jungs angeschlossen, um die Kosten für den Mietwagen pro Kopf zu reduzieren. Sehr uneigennützig von mir, stimmts? :)

Die Suche einer Übernachtungsmöglichkeit war auch gar nicht so leicht. Bis Freitag 16 Uhr hatten wir nichts, und zu diesem Zeitpunkt war der Mietwagen schon reserviert - kein Weg zurück. Kay und Sebastian haben dann aber zum Glück eine preiswerte Unterkunft für nur 111 $ für alle vier in einem Zimmer gefunden. Gut gemacht, Jungs!


Abfahrt.


Kay hat leider nicht den Donut bekommen, den er bestellt hatte. Stattdessen etwas Pinkes.

Samstag morgen ging es dann los. Abfahrt war leider erst 9:30 Uhr, weil wir den Wagen erst um 8 Uhr abholen konnten. Ankunft bei der Unterkunft war ca. 14 Uhr (zwischendurch mal was gegessen und an einer Touristeninformation nach dem Weg gefragt). Durch den Park führt genau ein Highway. An bestimmten Punkten gibt es dann Parkplätze mit den Einstiegspunkten sogenannter Trails. Ein Trail ist nichts anderes als ein Rundlauf zum wandern. Richtig gehört, wir waren wandern und haben dabei die Natur genossen!


Unser Motel Zimmer

Im Wasser relaxxen - sehr warmes und klares Wasser.

Hier sieht man schön den Highway mit den verschiedenen Routen:

Pro Route gabs am Eingang noch detaillierte Kleinkarten mit historischem Exkurs.

Unsere Unterkunft, das Curv-Inn- lag 5km vor dem Park. Dafür, dass wir das Motel in letzter Sekunde gefunden haben, hatte es eigentlich die best mögliche Lage. Das hat wirklich gut geklappt. Am Samstag Nachmittag gegen 16 Uhr waren wir auf unserem ersten Rundlauf: Trail "Track & Tower" mit einem Schwierigkeitsgrad "difficult" und einer Länge von 8km. Ja, das war nicht wirklich viel, aber eigentlich geht es in dem Park ums Kanufahren auf den Seen, Aussicht, Natur und etwas Auslauf. Kein Bergsteigen, keine 20-30 km Touren. Die Wege sind perfekt ausgeschildet und verlaufen ist schier unmöglich. Gewandert sind wir dann schön durch den Wald, entlang von Flüssen, Seen und vielen Tieren. Wir hatten schon Angst einen Bären anzutreffen (passiert) und hatten uns sogar schon auf Verteidigungstaktikten eingeschworen. Im Fall des Falls, wollten wir einfach Kay den Bären zum Fraß vorwerfen *g*.

War natürlich nur ein Spaß, aber mal im Ernst: im Info Blatt hieß es, dass Bären grundsätzlich ja soooo friedlich sind. Kontakt mit Bären im Park sind eher selten weil die eigentlich Angst vor Menschen haben. Wenn man doch einen trifft, soll man nicht wegrennen, weil dieses Vorgehen nur seinen Jagdinstinkt weckt. Man soll stehen bleiben, ihn lieb angucken und langsam rückwärts weggehen. Ich glaube das wäre genau die richtige Situation für meine Mom gewesen. Liebe Grüße an dieser Stelle! (übrings stand am Eingang des Parks eine Tafel, auf der Kontakt zu Tieren von Besuchern vermerkt wurden - in den letzten Tagen gabs da öfter Kontakt - von wegen passiert nie...)

Wir haben zum Glück, oder leider, je nachdem keinen Bären angetroffen. Dafür haben wir die Aussicht genossen und wirklich schön gechillt. Hier ein paar Bilder:


Stromschnellen


Kay hat es trocken aufs Land zurück geschafft. Ich dachte, er würde ausrutschen.


134 Stufen (ich habe gezählt!!) nochmal hoch zum Aussichtspunkt..


..und es hatte sich gelohnt (Hendrik und Kay)!!


Ausblick.

Dämmerung.

Um ca. 20 Uhr waren wir dann zurück am Auto. Also 4 Stunden für 8 km - bitte kein Kommentar. Wir haben die Ausblicke, die Sonne, die Seen und die Flüsse genossen. Es war auch wirklich höchste Zeit - denn langsam wurde der Ausflug zu einer Nachtwanderung. Ohne Sonne und Licht ist man im Wald sonst ganz schön angeschmiert. Hungrig wie ein Bär haben wir uns dann zum Motel gemacht und alle waren duschen. 30 (DREISSIG) MINUTEN haben 4 (VIER) Männer gebraucht, um sich fürs Abendessen fertig zu machen. Das sind die Momente in denen ich mich frage, wieso Frauen im Bad eigentlich grundsätzlich...egal, ich verkneifs mir ! :)

Gegen 21 Uhr haben wir uns also auf die Suche nach einem Lokal gemacht. Natürlich war mir auf der Anreise das Steak House, 20km entfernt, nicht entgangen. Wir haben uns im Dunkeln mit dem Auto auf die Suche gemacht. Zwischendurch haben wir allerdings ein anderes Lokal gefunden. Natürlich haben wir vorab gefragt, ob es denn noch etwas zu essen gebe. Man sagte ja und wir bestellten die Getränke. Als wir dann das Essen bestellen wollten (die meisten Steaks), hieß es auf einmal, DIE KÜCHE SEI GESCHLOSSEN???? (nur noch fast food aus der Mikrowelle wäre für uns machbar) . Ich für meinen Teil fand das nicht witzig und habe ausnahmsweise auf deutsch geflucht - haben die zum Glück nicht verstanden. Egal, schnell ausgetrunken und bezahlt Richtung Steak House. Wir hatten alle Angst, dass uns das Steak House auch abweisen würde. Mittlerweile war es schon 21:30 und die Gegend schien wie TOT.

Dann erschien das Steak House auf der rechten Seite. Angehalten, betend hinein gelaufen haben wir unseren ganzen Charme spielen lassen. Die nette Bedienung verwies erst darauf, dass die Küche auch geschlossen sei sie aber nochmal nachfragen würde. Ich glaube in diesem Moment merkten sie erst, dass vier deutsche, hungrige und fleischfressende Männer in ihrem STEAK HOUSE standen. Nach 10 Sekunden kam dann die Erlösung, dass wir noch was kriegen würden.

Um ca. 22:30 haben wir dann hochverdient unsere Rinder Steaks gegessen. Eins war besser als das andere - wir waren wirklich alle sehr zufrieden!


Die Qualität vom Bild ist zwar schlecht, zeigt aber wie ungläubig wir vor den Steaks saßen. Tolle Aufnahme!


Mit Farben und Blitz.

Gut gesättigt gings dann zurück zum Motel. Müde sind wir dann ins Bett gefallen und haben geschlafen. Um 8 Uhr sind wir dann heute, am Sonntag, aufgestanden. Frühstück war leider beim Zimmer nicht mit drin, haben uns aber trotzdem etwas leckeres bestellt. Eier, Bacon, Toast, Kaffee - nur die Oma Marmelade hat gefehlt. An Steffi: keine Sorge, der Bacon und die Eier waren natürlich nicht so gut wie deine. Davon kannst du mich dann in 4 Wochen - wenn du hier in Toronto bist - gerne auch noch einmal überzeugen.


..noch skeptisch im Frühstücksraum..


Ausgezeichnet!

Gegen 9:30 sind wir dann nochmal los zum Nationalpark. Wir haben uns nur 2 kleine Touren rausgesucht, weil wir schon 12 Uhr wieder nach Toronto mussten. Das Auto sollte um 17 Uhr wieder abgegeben werden, leider. Die zwei Touren waren insgesamt nur 3km lang - boten aber einen schönen Ausblick, Möglichkeiten des Angelns und einen Fluss. Kanufahren ist auf den Seen und den Flüssen im Park auch möglich und soll richtig Spaß machen. Um 11:45 Uhr sind wir dann nach Toronto zurück.


Am Aussichtspunkt.

Schön!


Sebastian und Kay waren von einer Libelle mächtig begeistert...

Natürlich kann man hinterfragen, ob sich die Anreise, Kosten für Unterkunft und Leihwagen für nur 2 kurze Tage gelohnt haben. Ich muss sagen: JA! Viel Spaß, schöne Natur, Bewegung, tolle Ausblicke, super Essen haben das Wochenende versüßt. Der Park bekommt meine absolute Empfehlung. Besonders geeignet für Familienurlaub. Man kann campen, viele Touren machen und auch mehrtägige Kanutrips absolvieren. Das ganze ohne Kontakt zur Außenwelt: kein Handynetz. Toller Ausflug!

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